Singapur

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Tipps im Blog

Während meiner Vorbereitung auf drei Jahre Singapur habe ich viele Seiten im Netz besucht, aber nicht genau die Informationen gefunden die mir geholfen hätten. In diesem Blog werde ich die Erfahrungen teilen, die auch für andere nützlich sind.

Regenzeit

TagebuchPosted by Frauke Fri, November 10, 2017 15:26:01

Als Hamburger Deern bin ich ja Wasser von oben gewohnt, aber was in letzter Zeit hier abgeht, ist heftig. Denn wir befinden uns mitten in der Regenzeit, die von Oktober bis Februar andauert.

Wer hat mir mal erzählt, dass Regenzeit bedeutet, da schüttet es 'ne halbe Stunde und danach kommt die Sonne wieder raus und alles ist ganz schnell trocken?

Nix da! Es schüttet, oft stundenlang und in den letzten Tagen frecher Weise sogar tagsüber. Sonst kommt der Regen nämlich nachts oder in den Morgenstunden – meinetwegen. Aber am Tag muss doch nicht sein. Heute haben wir wie jeden Morgen alle Fenster aufgemacht um durchzulüften. Ergebnis: Frieren ohne Klimaanlage, ganz was Neues. Ich wollte eine Jacke überziehen (bei 25 Grad – habe mich wohl mittlerweile klimatisiert). Aber die Jacken sind ganz oben weit hinten im Schrank und ich hätte die Leiter gebraucht.
Solange es nur regnet, ist es nervig (Flip-Flops werden dann so rutschig…), aber wenn ein Gewitter richtig losdonnert und die Blitze direkt über unserem Haus krachen, bekomme ich wirklich Angst. Singapur hat die meisten Blitztoten weltweit, das lässt vorsichtig werden.

Nach dem Frühstück bin ich also mit Regenschirm raus um Besorgungen zu machen. Da in Singapur alles seine Ordnung hat, dürfen tropfende Regenschirme nicht in die Gebäude und Malls genommen werden. Vor jedem Einkaufszentrum und jedem Geschäft stehen Behälter mit Plastiktüten für die Schirme.

Unsere Gästedusche dient zurzeit als nasse-Regenschirme-Lagerplatz. Wenn dort kein Schirm liegt, sind wir auch nicht da. Auch morgen nicht, da sind wir zu einer Segeltour eingeladen, ich bin gespannt!



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Haw Par Villa

TagebuchPosted by Frauke Tue, October 24, 2017 19:30:04

Die Haw Par Villa wurde 1937 von Aw Boon Haw für seinen jüngeren Bruder Aw Boon Par erbaut. Die Brüder haben ihr Vermögen unter anderem mit dem berühmten Tiger Balm geschaffen. Der Themenpark liegt auf einem Hügel in Pasir Panjang und hat sogar eine eigene MRT-Station: Haw Par Villa MRT Station.

Ohne Eintritt zu zahlen, ist hier eine Rundreise durch die chinesische Mythologie möglich. Mehr als 1000 bunte Statuen erzählen Legenden, die auch furchteinflößend sind.

Die berühmteste Darstellung auf der Anlage sind die „zehn Stufen zur Hölle“. Da waren selbst für mich einige der gezeigten Folterungen, die für böse Taten zu Lebzeiten eine gerechte Strafe sein sollen, wirklich zu viel. Wahrscheinlich hat die Haw Par Villa einen ähnlichen Nutzen, wie unser Weihnachtsmann. „Guck Dir genau an was passiert, wenn Du nicht lieb bist.“

Einer Sage nach befindet sich sogar das Portal zur echten Hölle an derselben Stelle wie die Ausstellung …

Den Singapurern ist der Park allen bekannt, viele haben mir erzählt, dass sie in der Kindheit mit den Eltern oder mit der Schule oft Ausflüge dorthin gemacht haben.

Ein schauriges aber buntes Disneyland im asiatischen Stil. Kein absolutes Muss in Singapur, aber für einen Sonntagnachmittag ganz interessant.



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Romeo und Julia

TagebuchPosted by Frauke Fri, October 13, 2017 15:30:40

Das Stuttgarter Ballett ist zu Besuch in Südostasien und zeigt „Romeo und Julia". Nachdem ich während meiner Kindheit jahrelang Rhythmische Sportgymnastik gemacht habe, fasziniert mich nach wie vor alles, was mit Tanz zu tun hat. Und dafür hat sich der Weg durch den tropischen Regen ins Esplanade Theatre absolut gelohnt.

Bereits im Jahr 1962 hat John Cranko als damaliger Direktor und Choreograph in Stuttgart eine eigene Version für die tragische Liebesgeschichte von „Romeo und Julia“ kreiert und damit die ganze Welt erobert.

Auch mich hat die Vorstellung gestern Abend absolut in den Bann gezogen. Zur Musik von Sergej Prokofjew sitzen die Schritte und Gesten der Tänzer klar auf den Akzenten und erzählen wirksam die Geschichte der jungen Liebenden. Sogar die farbenfrohen Kostüme unterstützen den Handlungsverlauf und unterstreichen die Charaktere der Protagonisten.

So kann der Zuschauer problemlos die Verwandtschaftsverhältnisse zuordnen und sich in Gedanken der Musik und tänzerischen Leistung hingeben. An gesprochenem Text habe ich nur eines vermisst, nämlich Julias berühmtes: „Es war die Nachtigall und nicht die Lerche, die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang.“ Stattdessen wurde sehr resolut der Fenstervorhang in der Kulisse zugezogen und jeder wusste nun, dass wir an dieser berühmten Stelle waren. Humorvolle Einlagen lassen das Publikum öfters bei dieser Inszenierung schmunzeln und das Bühnenbild ist in seiner spartanischen Art perfekt.

Und auch wenn das Ende bekannt ist, am Schluss musste ich trotzdem weinen.


Die Vorstellung dauerte insgesamt drei Stunden, für mich war das viel zu kurz!



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Sterneküche in Singapur

TagebuchPosted by Frauke Thu, October 12, 2017 09:55:32

Kulinarische Einladungen mag ich immer sehr. Da ich täglich bei irgendeinem Hawker einheimisch esse, ist jede Abwechslung davon großartig.

Also auf zum gemeinsamen Showcooking von Sternekoch Oliver Röder vom Bembergs Häuschen in Euskirchen und dem lokalen Hawker-Koch Xu Zhen Kai vom Roast Paradise im „Old Airport Food Centre“. Ich darf dabei sein, wie zwischen den beiden ein kulinarischer und kultureller Austausch auf diplomatischer Einladung in der Residenz des deutschen Botschafters in Singapur stattfindet.

Xu Zhen Kai ist berühmt für sein Char Siew, mariniertem Schweinefleisch aus dem Bauch oder Nacken. Er bereitet das kantonesische Gericht in einem speziellen Ofen zu und diesen hat er zum ersten Mal aus seiner eigenen Küche ausgebaut und in die deutsche Residenz gebracht, um die traditionelle Spezialität dort zuzubereiten.

Sehr warm war es draußen bei 30 Grad Hitze direkt neben einem offenen Ofen. Aber wir starrten alle total gebannt auf das Prozedere, wie die Fleischstücke immer wieder neu bestrichen, eingetunkt und aufgehängt wurden. Es war köstlich! Das Fleisch ganz zart und dazu die krosse Kruste wie bei Mamas Schweinebraten.

Oliver Röder hatte eine andere Überraschung für uns parat: Herrengedeck. Ochsenfleischragout in Filorollen gefüllt mit einer Banderole umwickelt. Sieht also aus wie eine Zigarre und wird auch in einem Aschenbecher serviert. Das Cognacglas dazu ist mit einer Sauce gefüllt, die zwischen den Bissen genippt wird. Außergewöhnlich und sehr lecker. Während der Meisterkoch die Röllchen füllt, erzählt er von seiner Ankunft am Flughafen Changi: „Die mitgebrachten Lebensmittel waren überhaupt kein Problem. Aber als die Zöllner die vielen Messer im Gepäck gesehen hatten, wurde doch nachgefragt.“
Die Küchenparty entwickelte sich auch zum Deutschkurs. Uns wurde das besonders delikate „Pfaffenstück“ bei Geflügel angepriesen. Nichtswissende Blicke bei allen Anwesenden. Die singapurischen Foodblogger amüsierten sich darüber, dass selbst die Deutschsprachigen keine Ahnung hatten. Die Erklärung dazu ist, dass es wahnsinnig aufwendig ist, diese zwei kleinen und besonderen Stücke aus dem hinteren Bereich des Rückens herauszuschneiden. Also wird es kaum gemacht und ist darum ziemlich unbekannt. Das hat noch alles in der Küche stattgefunden und die Stimmung war super, die beste Stimmung herrscht eben immer in der Küche. Beim gesetzten Essen haben dann alle mit Hand angelegt, angerichtet und die Teller aufgetragen. Die Atmosphäre war gesprächig und locker und wir waren alle gespannt auf das Hauptgericht.

Mit einer Sauce deren Inhalte ich nicht mehr alle erinnere, war es ein Gedicht. Um satt zu werden, braucht man viele der kleinen „Pfaffenstücke“, aber Oliver Röder hat sich nicht lumpen lassen. Zusammen mit der Nussbutter ist dieses kulinarische Gedicht nicht Weight Watchers geeignet, aber was soll’s. Nachkochen werde ich das Rezept bestimmt auch nicht, Michelin-Küche kann nun mal nicht jeder. Muss aber auch nicht. Denn Oliver Röder hat es ganz gut in Singapur gefallen und er kommt bestimmt noch Mal wieder.



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Tag der Deutschen Einheit

TagebuchPosted by Frauke Sat, October 07, 2017 12:44:23

So habe ich den Tag der Deutschen Einheit noch nie gefeiert. Gut, 1990, damals in Berlin - aber das ist sehr lange her.

In diesem Jahr waren wir von der Botschaft und der Handelskammer zusammen mit insgesamt 800 Gästen im „W Hotel“ auf Sentosa eingeladen. Da habe ich doch mal das kleine Schwarze aus dem Schrank geholt und die High Heels geputzt. Auf der Einladung stand auch etwas von Ausgehuniform, aber die habe ich nicht.

Es war jedenfalls ein schöner Abend und wir haben so viele Leute endlich mal wiedergesehen. Es gab kaum Sitzplätze und so haben wir beim Herumschlendern mal hier und dort ein Schwätzchen halten können. So habe ich zum Beispiel vom Militärattaché erfahren, dass er sein mitgebrachtes E-Bike registrieren lassen muss und ein Kennzeichen mit TÜV-Plakette benötigt. Ich muss nochmal nachgucken, ob das in Deutschland mittlerweile auch so ist. Man vergleicht ja so gern.

Das Essen war großartig und es gab eine Torte in Form der Berliner Mauer, die beim Anschneiden auch umstürzte. Ich weiß nicht, ob das so geplant war, kam aber sehr gut an.



Mitten in der Woche wird bei solchen Veranstaltungen nicht lange gefeiert. Darum gab es ab 22 Uhr eine sehr lange Taxiwarteschlange und wir hatten Glück, dass wir privat von der Insel herunter und nach Hause gebracht wurden.

Da mir irgendwann von unserer Retterin untersagt wurde, mich dafür wiederholt zu bedanken, lasse ich es hier nochmal raus: Danke Kerstin!



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Auf Krokodilsuche im Sungei Buloh Wetland Reserve

TagebuchPosted by Frauke Thu, September 21, 2017 14:53:20
Das Naturschutzgebiet Sungei Buloh Wetland Reserve liegt am nordwestlichen Stadtrand von Singapur an der Grenze nach Malaysia und hat auf seinen 202 Hektar Land einiges zu bieten. Wir wollten vor allem Krokodile sehen, was nicht ganz so einfach ist.

Das Biotop ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, aber wir haben es uns einfach gemacht und sind mit dem Taxi gefahren. So dauerte die Anfahrt vom Stadtzentrum eine knappe halbe Stunde.

Der Naturpark bietet drei verschiedene Wanderwege von jeweils drei bis sieben Kilometer Länge und wir sind auf unserer Suche nach immer mehr Tieren alle abgelaufen. Die Wege führen durch den Regenwald und durch die Mangroven, hier auf Holzstegen. Wir haben unter uns den Wettbewerb ausgerufen, wer die meisten Tiere entdeckt und so haben alle die Augen offengehalten. Als erstes gab es ein riesiges Spinnennetz mit einer sehr großen Spinne zu sehen. Trotz meiner Phobie musste ich den schwarzen Achtbeiner genau ansehen. Da er einen Durchmesser von ungefähr 10 cm hatte (ok, mit Beinen), musste ich zum Glück nicht nah drangehen.

Aber das war noch nicht alles. Auf unserer Tour haben wir mehrere Warane (zwischen Minigröße und einer Länge von einem Meter) entdeckt, wovon einer auch gerade dabei war, einen Fisch zu verschlingen. Es gibt auch zahlreiche Vögel, springende Fische, Krebse und Eichhörnchen zu beobachten, da vergeht die Zeit echt schnell.


Zum Schluss der Wanderung wurden wir wirklich belohnt: Zwei Krokodile haben wir ausfindig gemacht. Nicht leicht zu entdecken, weil sie unter Wasser sind, nur die Augen lugen an der Wasseroberfläche hervor. Wenn sie sich dann noch durchs Wasser bewegen, könnte ich ewig zusehen. Ganz elegant wird durch das Wasser gegleitet, da kann man sich kaum vorstellen, wie schnell sie bei der Beutejagd sein können.

Die Schwüle im Park war ganz gut auszuhalten, aber Mückenspray sollte unbedingt aufgetragen werden. Ein Spaziergang, den wir bestimmt noch öfters wiederholen werden. Achtung an unsere Besucher: Ihr werdet nicht daran vorbeikommen.



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Wakeboarding auf Batam

TagebuchPosted by Frauke Sun, September 10, 2017 11:41:28

Wakeboarding

Am letzten Wochenende sind wir auf die indonesische Insel Batam gefahren und haben Wakeboarding ausprobiert. Jepp, ausprobiert, nicht gelernt. Eine Woche ist es schon her und meine Arme tun immer noch weh.

Zu Anfang ging alles gut. Die ersten Runden fährt man mit einem Anfängerbrett, auf dem man auf den Knien hockt. Den ersten Start habe ich zwar verpatzt, aber danach lief es wie geschmiert. Damit das Kabel den richtigen Weg über den Wasserparcours weisen kann, muss man an bestimmten Stellen zwischen zwei orangefarbenen Bojen fahren. Das Steuern hatte ich schnell raus und bin drei Runden nonstop durchgefahren. Also mutig den Schwierigkeitsgrad erhöht und rauf auf das normale Brett. Die Arme eng zusammenpressen, den Haltegriff knapp über dem Knie halten und los geht‘s. Platsch - rein ins Wasser. Nächster Versuch: Kabumm, ab in den See. Immerhin zwei Meter geschafft. Ein paar Mal immerhin gerade so aus der Hocke aufgerichtet und schon gefreut: Wow, ist gar nicht schwer, geht doch! Platsch... Mehr als 10 Meter waren nicht drin, aber dafür bestand nie die Gefahr des Dehydrierens. Schon lange habe ich nicht mehr so viel Wasser geschluckt. Mein Mann hat sich da geschickter angestellt.


Wir waren zu viert dort und zwei von uns konnten am Nachmittag immerhin den halben See umrunden. Leider gehöre ich nicht dazu. Ein Grund, es weiter zu probieren, denn der Tag war ganz toll und lässt sich total einfach planen:

Über die Internetseite www.cable-ski.com Karten buchen, zum Anleger Harbour Front fahren (Reisepass nicht vergessen) und beim angegebenen Treffpunkt die Fährtickets abholen. Nach der Ankunft auf Batam (eine Stunde Fahrt) sind wir durch die Expresslane geschleust worden, haben unseren Pass abgegeben (bekommt man gestempelt auf der Anlage bei Zahlung der Tour wieder) und sind dann in einen bereitstehenden Bus eingestiegen. Der bringt die ganze Truppe zur Anlage und nach einer kurzen Einweisung geht es schon los. Wer ein Päuschen braucht, kann sich eine Massage gönnen, Tischtennis oder Billiard spielen oder sich auf dem Trampolin austoben. Oder sich eine der Liegen schnappen und den anderen bei ihren erfolgreichen oder verunglückten Versuchen zusehen. In dem Preis von 110 S$ sind Fähre, Busfahrt, Ausrüstung, Einweisung und Lunch (war sehr gut) inhalten.

Auf der Rückfahrt herrschte Partystimmung im Bus, da haben sich viele neue Freunde über den Tag gefunden und auch auf der Fähre ordentlich weitergefeiert.

Also wir sind bald wieder dabei. Und dann steige ich auf dieses verdammte Brett und kurve Runde für Runde über den See! Die Hoffnung stirbt zuletzt.



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Night Festival Singapur 2017

TagebuchPosted by Frauke Mon, August 21, 2017 14:22:03

Ständig läuft irgendein Festival in Singapur. Einige wiederholen sich jährlich mit wechselnden Künstlern. Aufgrund meiner Arbeit werde ich oft zu sogenannten Pressewalks eingeladen. Kurz vor Eröffnung darf ich mit anderen Journalisten an einer Führung teilnehmen und auch die jeweils agierenden Künstler dabei vor Ort kennenlernen.

Vom 18. - 26. August 2017 findet das 10. Night Festival Singapore mit Straßenaufführungen, Lichtskulpturen und Kunstinstallationen statt.
Unter dem Motto "Zehn Magische Jahre" erstreckt sich das Festival von der Armenian Street bis hin zum Nationalmuseum von Singapur. Das Nationalmuseum verwandelt seine Fassade mit psychedelischen Videoprojektionen und Musiker, Zauberer, Akrobaten und sogar professionelle Ringer werden die Straßen durchstreifen um die Kunstobjekte zum Leben zu erwecken. Die Installationen haben nur eine Gemeinsamkeit: Licht. Drei davon haben mich sehr beeindruckt: The Tree that Blinked. Die Projektionsinstallation des britischen Künstlers Karel Bata zeigt verschiedene Porträts in einer echten Baumkrone vor dem Nationalmuseum. Steht man nur einen Hauch zu weit weg, ist es einfach nur Licht im Baum, aber von der richtigen Position aus betrachtet, sehen die Gesichter irre aus.


Die Licht- und Lasershow an der Fassade des Museums ist beeindruckend. Die Musik, komponiert von der französischen Gruppe EZ3kiel, unterstützt die Wirkung der Bilder perfekt. Und dann war da noch die interaktive Kunstinstallation der Franzosen Pierre Amoudruz, Victor Roux und Valentin Durif. 16 menschengroße Figuren sprechen die Festivalbesucher an, um einen Dialog mit ihnen zu führen und dabei die Farben zu wechseln.



So wie diese leben viele der Installationen erst, wenn Menschen darauf zugehen und sie nutzen. Auch The Flower of Life and the Infinite Self: Unter einer Kuppel durften wir Spiegel und Lichterketten bestaunen. Tja, wie Spiegel und Lichterketten eben aussehen. Doch während der Festivalzeit kommen Jongleure, Musikbands und andere als agierende Masse in das Gebilde und dann sieht es bestimmt toll aus! Wie ich die Singapurer mittlerweile kenne, wird es funktionieren und jeder, der vorbeikommt probiert es aus und macht mit. Die asiatische Mentalität beinhaltet auch eine gewisse Spielfreudigkeit, die ich toll finde. Erst skeptisch begutachtend wird alles ausprobiert und dann entsteht dabei großer Spaß. Ich bin gespannt!



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Mein Treffen mit dem neuen Botschafter

TagebuchPosted by Frauke Thu, August 17, 2017 19:40:55

Heute Morgen fuhren mein Roller und ich zum Raffles Place. Dieser Platz ist nicht nur das Herzstück des Financial District, sondern hier hat auch die Deutsche Botschaft ihren Sitz. Beim letzten Besuch habe ich meinen neuen Pass abgeholt, aber heute ist der Grund etwas spannender. Ich habe einen Termin mit dem neuen Deutschen Botschafter Dr. Sante.

Kurz nachdem ich im Warteraum Platz genommen habe, erscheint der neue Chef der 12. Etage im Singapore Land Tower höchst persönlich, um mich abzuholen und in sein Büro zu führen.

Dort sieht es noch relativ leer aus, denn Dr. Sante ist erst seit zwei Wochen im Lande. Aber eine Kaffeemaschine steht schon auf der Fensterbank, nur leider funktioniert sie nicht richtig, wie wir feststellen müssen.

Während des Gesprächs zeigt sich aber, wie unwichtig das ist. Der ehemalige Jura- und Kunstgeschichtestudent (ich muss wahrscheinlich nicht erwähnen, welches Studium er abgeschlossen hat, jedenfalls hat er den Doktor nicht in Malerei geschrieben), zeigt sich in allen angesprochenen Themen sehr informiert und eloquent. Das Gespräch verläuft humorvoll und die Zeit vergeht wahnsinnig schnell. Zwischendurch muss ich mich selbst an die Interviewfragen erinnern, die vor mir liegen. Ich bin ja nicht privat eingeladen, sondern führe ein Interview für das Magazin Impulse. Und irgendwie kommt er inhaltlich immer auf die Sicherheitspolitik zurück, dem thematischen Bereich, in dem er seit Jahren zu Hause ist, zuletzt als Stellvertreter des Ständigen Vertreters Deutschlands bei der NATO in Brüssel.

Die Fotos zum Artikel gestalten sich wesentlich schwieriger als das Gespräch, weil der Raum noch etwas karg wirkt. Also machen wir doch die obligatorischen Bilder am Schreibtisch – natürlich mit dem Telefonhörer in der Hand. Wenn schon klassisch, dann auch richtig. Ein gemeinsames Foto wollte ich natürlich auch und dafür musste erstmal jemand dazu geholt werden. Das war dann kurioser Weise mein Vor-vor-vor-vorgänger bei Impulse, der heute bei der Botschaft in der Presseabteilung arbeitet.

Nach anderthalb kurzweiligen Stunden bringt der Aufzug mich wieder auf den Boden des Raffles Place zurück und ich kann in meinem Tagebuch vermerken, einen sehr netten, interessanten und humorvollen Menschen kennengelernt zu haben, der das Bild Deutschlands in Singapur gewiss weiter nach vorn pushen wird. Das Zeug und die Persönlichkeit dazu hat er alle mal.





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Istana

TagebuchPosted by Frauke Fri, June 30, 2017 18:05:27

Der Istana (malaiisch für Palast) ist die offizielle Residenz des Staatspräsidenten der Republik Singapur und liegt direkt an der berühmten Einkaufsstraße „Orchard Road“. Das Gebäude ist von der Straße aus nicht zu sehen, nur die großen weiten Metalltore deuten darauf hin, dass hier nicht irgendwer lebt.

Fünf Mal im Jahr ist die Residenz anlässlich verschiedener Feiertage für die Bevölkerung zugänglich. So auch am vergangenem Wochenende, an „Hari Raya Puasa“, dem „Zuckerfest“ zum Ende des Ramadans. Und da die Orchard Road nicht weit von uns entfernt ist, haben wir uns auf die E-Scooter geschwungen und sind dorthin gefahren.

Bis kurz zuvor hat es noch wie wild vom Himmel geschüttet hat, darum war der Ansturm nicht sehr groß und wir konnten den Eingang und die Sicherheitskontrolle schnell hinter uns bringen. Von der Straße bis zum Palast ist es ziemlich weit. Immer bergauf durch den idyllischen Landschaftspark, vorbei an Seen auf denen die Schwäne schwimmen und zur Feier des Tages gab es Livemusik, Tanzaufführungen, Papageien aus dem Wildlife Reserves Singapore, Hennamalerei und vieles mehr zu sehen bis das Ziel erreicht war. Weil der Anlass das Ende des Ramadans ist, habe ich erwartet, einen Essensstand zu finden, aber den gab es nicht. Das ist wirklich verwunderlich, denn die größten Hobbys der Singapurer sind ja shoppen und essen.

Uns hat aber vor allem die Residenz von Präsident Tony Tan Nun interessiert. Die Privaträume waren natürlich nicht zu besichtigen, dafür aber der Empfangsraum, die Banketthalle und der Zeremoniensaal. Dort gab es auch eine Ausstellung der Staatsgeschenke, die von anderen wichtigen Staatsoberhäuptern, Politikern und wichtigen Menschen als Mitbringsel überreicht werden. Sehr viel unnützer Kram. Dolche und Macheten haben die Singapurer wohl genug, in allen Edelmetallen vertreten. Ein thailändisches Teeservice war ganz hübsch, scheint aber nicht benutzt zu werden. Pokale, Terrinen, Vasen usw., alles was man aus dem Keller holt, wenn Tante Erna zu Besuch kommt und beleidigt wäre, wenn ihr schönes Geschenk keinen Ehrenplatz im Wohnzimmer hat.

Es gibt auch eine App, mit der sich jeder seine Führung selbst gestalten kann mit Informationen über Flora und Fauna der großzügig angelegten Parkanlage.

Wir sind auch lieber alleine herumgeschlendert. Ganz schön viel Platz hat der Präsident, und das mitten in der Stadt. Eigentlich schade, dass es kein Stadtpark für jedermann ist. Aber andererseits gibt es hier einen Park neben dem anderen und der Rasen würde wohl nicht ganz so akkurat aussehen.

Wer sich die Residenz ansehen möchte, hat dazu am 30. Juli und 18. Oktober 2017 wieder Gelegenheit.

Eintritt 2 S$, für Singapurer und Permanent Residents frei

MRT Dhoby Ghaut

Mehr Informationen gibt es unter http://www.istana.gov.sg/the-istana/open-house/visitors-information-0



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