Singapur

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Tipps im Blog

Wie beginnt man ein neues Leben in einer fremden Kultur? Das muss wohl jeder für sich selbst herausfinden und seinen Weg suchen. Hier berichte ich von meinen ganz eigenen Erlebnissen und ein paar Tipps für den Alltag in Singapur sind auch dabei.

You never stand alone

TagebuchPosted by Frauke Fri, June 22, 2018 10:03:21
… so lautet der Slogan auf Internations.org, einer weltweiten Plattform, die Expats aller Nationalitäten auf Events in angesagten Clubs vernetzen möchte.

Letzte Woche habe ich solch ein Treffen im Altimate am Raffles Place besucht. Es war nicht viel los, aber eine Gruppe Mädels saß in einer Ecke zusammen und dort bin ich erstmal hin und habe mich vorgestellt. Wie in Singapur üblich wurde ich mit offenen Armen aufgenommen und die allgemeine Vorstellungsrunde am Tisch konnte starten. Srii kommt aus Indien und macht Logistikarbeit für Schiffscontainer. Neben ihr saß eine sehr elegante Dame mit langen Ohrläppchen (wegen der schweren Ohrringe) und pakistanischen Wurzeln. Sie ist E-Book-Schriftstellerin. Die nächste überreichte mir ihre Karte mit einem großen rosa „Eros"-Schriftzug darauf. Sexualtherapeutin und Partnervermittlerin. Da wurde mir auch klar, wofür diese Veranstaltung gut ist. Nachdem nämlich feststand, dass auch ich für die anderen (was auch immer Suchenden) total uninteressant bin, löste die Gruppe sich schnell auf und ich schlenderte weiter durch die Bar. Da sprach mich ein Engländer an.
1. Satz: „With InterNations, you never stand alone."
2. Satz: „Du bist sehr groß."
3. Satz: „Aber im Bett liegend sind sie alle gleich groß."
Bäääm, Hammerspruch! Wir haben uns doch noch sehr nett über englischen Humor unterhalten und irgendwie hat er auch die Geschichte untergebracht, in der er in Thailand erst nachts um vier in seinem Hotelzimmer herausgefunden hat, dass es ein Ladyboy war, „die" er die ganze Nacht angebaggert hatte ...

Nachdem er diese - zugegebenermaßen amüsant beschriebene - Story fertig erzählt hatte, meinte er, da ich meinen Mann erwähnt hätte, würde er sich nun nach den Single-Ladies umsehen.

Tja, da war er weg. Schade, ich hätte so gerne noch erfahren, was ihn die Nacht ohne Happyend mit dem Ladyboy gekostet hat ...





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Treffen mit Roman Weidenfeller

TagebuchPosted by Frauke Sun, June 17, 2018 08:49:43
10 Uhr, Post Bar im Fullerton. Interviewtermin mit Roman Weidenfeller, der seine aktive Karriere in dieser Saison beendet hat. Sein neuer Job: Botschafter des BVB Borussia Dortmund. Erste Station: Singapur.

Meine Kollegin Sandra und ich sind ohne große Erwartungen zum Interview erschienen. Doch dann wurden wir überrascht, mit welcher Herzlichkeit Roman Weidenfeller auf uns zugekommen ist, bevor wir überhaupt Guten Tag sagen konnten. Es wurde ein sehr lockeres und angenehmes Gespräch und mit Hinblick auf das erste deutsche Spiel heute Abend in Russland sind wir sehr schnell auf das Thema Brasilien gekommen - die WM, bei der er 2014 zum deutschen Kader gehörte. Ich habe ihn gefragt, ob zusammen mit den Jungs auch eine Art Klassenreisegefühl aufkommt, was er sofort bejahte: „Bei der Ankunft gibt es gleich Gerammel um die Zimmer. Klose bekam das beste, das ist auch völlig in Ordnung. Ich bin gleich vorweg in ein Zimmer mit Meerblick spaziert und habe mich gut positioniert. Aber die Zimmer werden nach Länderspielanzahl verteilt, da hatte ich ganz schlechte Karten. Ich bin dann in der Abstellkammer gelandet." Da fängt er schallend an zu lachen und erzählt weiter, wie Thomas Müller Golfbälle durch die Unterkunft geschlagen hat und sie ständig Angst hatten, dass er die Scheiben einhaut. „Einige Bälle sind auch im Meer gelandet." So wie er von den Wochen in Brasilien erzählt könnte man meinen, er sei traurig, bei dieser WM nicht dabei zu sein. „Ich habe alles aufgesaugt, was in der Zeit zu erleben war. Zu einigen habe ich noch Kontakt und werde den Jungs auf jeden Fall schreiben."



Es war wirklich mehr eine nette und lockere Unterhaltung als ein Interview. Roman Weidenfeller wollte auch wissen, was uns nach Singapur geführt hat und wie unser Leben hier aussieht. Aber wir wollten mehr über ihn hören und auch, wie er zu dem Pressehype um seine Person steht. Da grinste er nur und erzählte von einer Situation während des Urlaubs auf seiner Lieblingsferieninsel Ibiza: „Wir waren sehr privat und romantisch unterwegs und wollten es uns gemütlich machen. Da machte es ‚bamm, bamm' und die Bildzeitung schoss Fotos. Das war unglaublich." Trotz wahrzunehmender Empörung erzählt er die Anekdote nicht verärgert und ist sich auch bewusst, dass diese Situationen immer weniger werden, nachdem er seine Spielerkarriere beendet hat. In seiner neuen Aufgabe scheint er sich wohl zu fühlen, schaut in Singapur nach Nachwuchstalenten und gibt auch ein Training mit jugendlichen Torhütern der örtlichen Vereine. Dann reist er noch weiter nach Thailand um Borussia Dortmund zu präsentieren bevor es wieder zurück nach Deutschland geht, wo er auch die Bundesligaspiele seines Vereins verfolgen wird: „Wir müssen mehr als Einheit auftreten. Die Mannschaft hat ihre eigenen Erwartungen nicht erfüllt. Das hat nicht nur mit den Trainerwechseln zu tun, da müssen die Spieler sich auch an die eigene Nase greifen."

Nach zwanzig Minuten war die Gesprächszeit leider um. War auch besser so, denn mit dem Blick auf die nächste Saison kamen wir auch auf meinen Heimatverein, dem HSV, zu sprechen. Sein Mitleid zum Abstieg hielt sich dabei in Grenzen. Mir klingt noch immer ein „das wurde auch Zeit" in den Ohren. Aber ich mag ihn trotzdem, den Ersatz vom Ersatz des Torhüters der deutschen Nationalmannschaft 2014 :-)



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Lunch am Freitag

Essen und TrinkenPosted by Frauke Fri, June 15, 2018 12:38:54

Am letzten Tag der Lunchwoche gab es Char Siew, mariniertes Schweinefleisch aus dem Bauch oder Nacken. Schon interessant, mit welchen Bildern der Appetit angeregt wird und was dann wirklich auf dem Teller liegt :-)



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Lunch am Donnerstag

Essen und TrinkenPosted by Frauke Thu, June 14, 2018 17:16:21
Der Food Court im Great World City (ein Einkaufszentrum in der Nähe unserer Wohnung) kann durchaus meine persönliche Kantine genannt werden. Food Courts sind im Gegensatz zum Hawker immer innen gelegen und klimatisiert. Zu Ehren meiner Nichte Linda und meines Neffen Josh gab es heute thailändisches Green Curry zum Preis von 7 S$ (4,40 €), dazu einen frischgepressten Mango Saft. Der Singapur-Favorit der beiden und immer ein Must have, wenn sie zu Besuch sind. Ich nehme gerne die vegetarische Variante, weil es eine der wenigen Möglichkeiten ist, gemischtes Gemüse zu bekommen. Allerdings verzichte ich auf die Chilischoten.









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Lunch am Mittwoch

Essen und TrinkenPosted by Frauke Wed, June 13, 2018 14:51:07

Heute nur ein kurzer Snack, die Arbeit ruft!

Die Dumplings (Teigtaschen mit Hack oder Gemüse gefüllt) liebe ich! Aus Kaloriengründen habe ich gedämpft bestellt (links), aber frittiert bekommen. Was soll's, da darf man nicht so kleinlich sein.




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Lunch am Dienstag

Essen und TrinkenPosted by Frauke Tue, June 12, 2018 14:48:27

Heute ist Mahjong-Tag. Ich habe eine super Mädeltruppe, die sich reihum privat trifft, um das chinesische Spiel zu spielen. Die Gastgeberin bekocht die ganze Sippe und heute war Marion dran. Hackbällchen (mit Käse gefüllt, Luxus in Singapur!) in Tomatensoße mit Salat. Reis als Beilage wird stets versucht, zu vermeiden :-) und kaum eine kocht asiatisch, das ist dann morgen wieder dran.
Lustig finde ich, dass Marion immer ganz tollen Nachtisch anbietet und ihn selbst gar nicht isst. Anfangs habe ich mir deswegen Gedanken gemacht, heute genieße ich nur noch.

Danke Marion!!





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Lunch am Montag

Essen und TrinkenPosted by Frauke Mon, June 11, 2018 17:59:08
Was isst man so in Singapur? Am einfachsten jedenfalls beim Hawker - übersetzt Straßenhändler. Garküchen an der Straße, wie man es im restlichen Asien kennt, sind in Singapur aus hygienischen Gründen schon lange nicht mehr erlaubt. Dafür gibt es an jeder Ecke in dieser Stadt einen Hawker, bestehend aus mehreren „Stalls", in denen die Köche auf kleinstem Raum ihre Gerichte zubereiten, ähnlich wie Garküchen. Da gibt es chinesisch, indisch, thailändisch, vietnamesisch, koreanisch usw. Die Stände stehen unter ständiger Kontrolle und die Bewertungen, die von A bis C gehen, müssen sichtbar ausgehängt werden. Wer schlechter abschneidet, muss seinen Laden dicht machen. Ein Unterschied zwischen A und C ist zum Beispiel, dass der Wok nicht nach jedem Kochvorgang ausgewischt werden. Also kein Grund, die C-Stalls zu meiden, manche schwören auf den besseren Geschmack in öfters benutzten Pfannen!

Ich weiß noch nicht, welche kulinarischen Genüsse mich in dieser Woche alle erwarten, aber ich werde täglich berichten. Heute der Klassiker: Chicken Rice. Links wie es am Stand angepriesen wird und rechts, was wirklich auf dem Tablett lag.





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Ein Abend mit Fliege

TagebuchPosted by Frauke Sun, June 10, 2018 13:30:45

Das ständige Flipflop-Wetter ist nach wie vor traumhaft für mich. Geschlossene Schuhe versuche ich zu vermeiden und Hosen zu tragen ist eine Qual. Da muss man sich schon zusammenreißen, nicht ständig im Urlaubsoutfit herumzulaufen.

Umso schöner sind die Gelegenheiten, sich mal wieder richtig herauszuputzen. Wie zum Beispiel zum Galadinner der SwissCham im One Farrer Hotel. Endlich wieder ein Grund, neue Schuhe aus Deutschland mitzubringen. (An die Frauen, die auf großem Fuß leben: Ab Größe 40 wird es schwierig in Singapur!) Silberne 8 cm-Sandalen sind es geworden, denn der Dresscode hieß „Black Tie". Den Smoking haben wir dabei vernachlässigt, aber die schwarze Fliege durfte mit dem roten Abendkleid den Kleiderschrank verlassen und groß ausgehen.


Es wurde ein sehr schöner und feierlicher Abend bei der Schweizer Handelskammer mit phantastischem Essen und netten neuen Kontakten.

Der Höhepunkt der Gala war die Vergabe des „Excellence in People and Skills Development-Awards“ an Marché Mövenpick.

Ein interessanter Abend unter Schweizern und mal wieder waren wir überrascht, wie viele Leute wir in Singapur schon kennengelernt haben. Beim Herumschlendern sind uns viele bekannte Gesichter über den Weg gelaufen und die Zeit war viel zu kurz, um mit allen zu reden.

Zu später Stunde fand sich Dirks Team von BearingPoint auf der Tanzfläche und rockte durch die Nacht - super Truppe!



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Bloß nicht das Gesicht verlieren

Gut zu wissenPosted by Frauke Thu, June 07, 2018 11:21:19

„Haben Sie noch ein anderes Shampoo, günstiger als 20 Dollar?
„Yes, we have, here.”
„Sorry, that’s for 24 Dollar, it’s not cheaper.” - Achselzucken.

Taxi-Abholung Haus 93. Laut SMS ist der Fahrer vor Ort und ich soll mich beeilen. Kein Taxi zu sehen, aber vor Haus 99 steht ein Wagen. Durch den Regen gelaufen und mit den Worten „Sorry, ich dachte Nummer 99“, vom Fahrer empfangen worden. Leichte Verunsicherung meinerseits: „Aber ich habe 93 geschrieben, oder?“ „Yes.“ - Achselzucken.

Anfangs haben mich solche Situationen wahnsinnig oder auch sauer werden lassen. Das hat sich sehr gebessert. Aber ich befürchte, mich irgendwann zu Hause in Deutschland daneben zu benehmen. Sage ich dann im Büro auch „Nö, haben wir nicht“, nur weil das Gewünschte blöderweise gerade nicht in meinem Sichtfeld liegt? Ich mag es, wenn Dinge funktionieren und Pläne einfach erfüllt werden. Das macht das Leben so schön einfach. Ich schätze es auch, wenn mir meine Fehler mitgeteilt werden. Stattdessen höre ich Geschichten über Menschen, die ich kaum kenne und wundere mich, nach einer Meinung dazu gefragt zu werden, um irgendwann darauf zu kommen, dass es um mich geht und mir gerade ein Vorwurf gemacht wird. Dieses Herumgeeiere, das gerne mit „nicht das Gesicht verlieren“ tituliert wird mag ja höflich klingen, ist aber sehr zeitaufwändig und anstrengend.

Was ist unhöflich daran, eine unerfüllbare Bitte freundlich abzuschlagen oder Probleme im netten Ton auf den Tisch zu legen? Kommt ja sowieso aufs selbe am Ende hinaus.

Höflichkeit ist etwas wunderbares, aber Verkomplizierung macht nur wirr. In Asien ist diese Verwirrung sehr verbreitet. Dazu gehört auch, keine Fehler zuzugeben und nicht auf Probleme hinzuweisen. Nicht, weil man zu faul ist, sich Sache anzunehmen. Es gilt schlichtweg als unhöflich, andere auf Fehler hinzuweisen oder eine Frage zu verneinen. Der Verkäuferin im Drogeriemarkt war es wichtig, meiner Bitte nach einer Alternative nachzukommen. Dass die zweite Bitte nach etwas Günstigerem nicht bedient wurde, ist unwichtig. 50 % der Anfrage wurden immerhin erfüllt und sie musste nicht verneinen. Oft beschleicht mich trotzdem das Gefühl, dass diese Kultur wohlwissend als Ausrede benutzt wird, aber dafür fehlt mir der Beweis…

Letztens erwartete ich eine Paketlieferung. Es klingelt pünktlich unten an der Haupttür, ich lasse die Person hinein, die nur noch in den Fahrstuhl zu steigen braucht.

Nach fünf Minuten stehe ich immer noch, nun etwas ungeduldig, an meiner geöffneten Haustür. Da klingelt das Telefon.

„Hi, are you living in xx?“

„Yes.”

„I'm here for delivery.”

„Great, come to the 30. storey.”

„Yes, but I don't know.”

„What you don't know?”

Stille. Kurz darauf steht die Dame vor der Tür und gibt mir mein Paket. Ich frage, was das Problem gewesen sei. Antwort? Richtig: Achselzucken.

Ich liebe es, in diesem Land zu leben. Ich lerne jeden Tag dazu und passe mich zu vielen Gelegenheiten an. Das bringt in der Tat auch enorme Vorteile. Die Lebensweise hat mich entspannter und doch aufmerksamer werden lassen. Doch so ganz werde ich die hiesige Kultur in diesem Leben nicht mehr verstehen („Sie war stets bemüht“), aber das macht wohl auch das so spannende Leben in Singapur aus.



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Speeddating bei Bosch Singapore

TagebuchPosted by Frauke Fri, May 18, 2018 07:25:03

Bisher hatte ich bei dem Namen Bosch Küchengeräte oder meine Bohrmaschine vor Augen, aber das hat sich heute geändert. Nun weiß ich, dass zum Beispiel in fast 50 % aller Smartphones Sensoren von Bosch eingebaut sind und wie Autofahrer für Fremde Parkplätze finden.

Bosch Southeast Asia hat zum Financial Update 2018 ins Hauptquartier nach Bishan geladen. Seit 1995 befindet sich das Headquarter Southeast Asia in Singapur, aber bereits seit 1923 erobert das Stuttgarter Unternehmen den südostasiatischen Markt.

Und das ist gar nicht so einfach. In Myanmar zum Beispiel sind Waschmaschinen heiß begehrt, aber die teuren Geräte mit allem möglichen Schnickschnack kann sich dort kaum jemand leisten: „Da stehen wir dann mit unseren großartigen Entwicklungen, aber gefragt sind die einfachen Geräte", erklärt mir der Director of Business Development ASEAN, Jochen Lorenz. Außerdem ist in vielen Gegenden noch kein stabiles Stromnetz vorhanden. So ist das Unternehmen auch an der Planung von Stromleitungen in unterentwickelten Regionen beteiligt.

Das ist der interessante Unterschied zum europäischen Markt: Die kulturellen und gesellschaftlichen Besonderheiten sind in Asien weitaus vielschichtiger, die Entwicklung in den einzelnen Ländern befindet sich auf wechselnden Leveln. Es gibt nicht die eine funktionierende Strategie, die für alle Länder passt. Nach dem 10-minütigen Gespräch mit Jochen Lorenz wechsle ich an den nächsten Tisch, denn diese Pressekonferenz ist ein Speeddating. Vier Stationen, jeweils 10 Minuten Zeit. Als nächstes treffe ich Amine Kamel.

„Woher stammt Ihr der Name?“

„Ich komme aus Tunesien.“

„Wie viele Tunesier leben in Singapur?“

„Drei."

Ich habe es nicht nachgeprüft, glaube ihm aber. Die Gespräche fanden alle auf Englisch statt, das war thematisch nicht ohne: Financial Update und dann noch technische Erklärungen. Ich beschwere mich ja oft, dass ich hier viel zu viel Deutsch spreche und mit meinen Englischkenntnissen nicht vorankomme, aber es ging sehr gut. Man bekommt doch mehr mit, als man denkt.

Amine Kamel ist mit seinem Titel „Regional Head Automotive Electronics Division“ für smart solutions in der Automobilelektronik zuständig. Nachdem er mir erklärte, wie fremde Autos mit Hilfe von Sensoren die freien Parklücken in meiner Umgebung anzeigen, habe ich gefragt, ob ähnliches auch für E-Scooter möglich sei. Ich roller ja begeistert und zeitsparend mit meinem Elektroroller durch die Gegend, finde aber oft keine Möglichkeit, diesen anzuschließen. Das Thema wurde interessiert aufgenommen, aber meine Gesprächszeit war mal wieder um und ich musste an den nächsten Tisch. Hier erwarteten mich der Regional President, Thomas Jakob und Michael Goh, Director of Sales zum Thema smart connected solutions. Allmählich brummte mein Kopf wegen der Menge an Input, aber wie ich erfahren habe, gibt es für ziemlich alles eine App um das Leben zu vereinfachen – Industrie 4.0 ist nur ein Schlagwort dazu und mal wieder kommen die Sensoren ins Spiel.

Für all diese Weiterentwicklungen werden immer mehr Fachkräfte gebraucht, womit der Markt nicht zu reich bestückt ist. Darum werden Schulungen abgehalten, Weiterbildungen angeboten und man setzt auf das Mentoren-System, erzählt mir Jane Tham, Director of Human Resources. Jeder Mitarbeiter bekommt einen „alten Hasen" zugeteilt, der jederzeit bei Fragen und zur Unterstützung bereitsteht.

Das Financial Update wurde nur kurz am Anfang präsentiert und geriet immer mehr in den Hintergrund. Mir wird bei den hohen Summen immer etwas schwindelig, aber nun weiß ich auch, dass eine Menge dahintersteckt und freue mich auf meine „Hier-kannst-Du-Deinen-Roller-anschließen-App“!



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