Singapur

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Tipps im Blog

Wie beginnt man ein neues Leben in einer fremden Kultur? Das muss wohl jeder für sich selbst herausfinden und seinen Weg suchen. Hier berichte ich von meinen ganz eigenen Erlebnissen und ein paar Tipps für den Alltag in Singapur sind auch dabei.

Changi Sailing Club in Singapur

TagebuchPosted by Frauke Tue, May 15, 2018 18:17:34

Keine Ahnung vom Segeln und trotzdem dritter bei einer Regatta geworden.

Das geht nur mit der richtigen Crew und einem ordentlichen Kapitän!

Captain Luc und seine Frau lernten wir im letzten Jahr bei einem Segelevent kennen, an dem wir auf deren Boot „Minx“ teilnahmen. Nun haben wir es endlich mal zusammen mit unseren Freunden Karin und Thomas geschafft, ihrer Einladung zu folgen und durften zum dritten Twilight Race des Changi Sailing Club wieder an Bord.

Allerdings war diesmal richtiges Mitarbeiten angesagt: Die Männer mussten an den Winschen das Vorsegel bedienen und wir Mädels waren zur Ausbalancierung des Bootes abkommandiert. Ich bin mir nicht sicher, was anstrengender ist. Die Jungs mussten mit allen Kräften kurbeln, aber das ständige von Backbord nach Steuerbord und wieder zurückgerobbe war auch nicht ohne. Meine Knie haben sich jedenfalls am Abend bedankt. Dafür war die Stimmung super und das Wetter phantastisch. Ein bisschen Wind um die Nase ist bei über 30 Grad Temperatur sehr angenehm. Neben der Arbeit gab es auch immer wieder ein paar Minuten Verschnaufpause, in denen wir entspannt die Füße im Wasser baumeln lassen konnten und die anderen Segelboote beobachteten.

An den Bojen, die umrundet wurden, hat der Fotograf auf uns gewartet und Lucs Frau Roseanne hat uns alle rechtzeitig in Position gebracht.


Von sieben Leuten an Bord wussten eigentlich nur drei, was sie zu tun haben. Aber Captain Luc behielt stets die Kontrolle. Er ist drei Mal die Woche alleine mit der Minx unterwegs, so hat er stets alles im geübten Blick. Während wir ängstlich wurden, wenn sich die richtig großen Pötte näherten (ein ziemlich blödes Gefühl, wenn zwei solche Riesenschiffe von beiden Seiten kommen), ertönte hinterm Steuerrad die holländische Stimme: „Ich habe es gesehen. Keine Angst, dieses Boot wurde in Dänemark für die Nordsee gebaut. Die paar Wellen machen uns nichts aus." Um dann ganz in Ruhe weiter zu schippern. Mit dieser Ruhe hat Luc uns auf den dritten Platz gefahren. Genaugenommen waren wir sogar die ersten an der Ziellinie, aber dann gibt es noch Handicap-Berechnungen und damit landeten wir auf Platz 3 von 9 Teilnehmern.

In dem Club kennt jeder den anderen und bei den fachmännischen Nachbesprechungen konnte ich nicht mithalten. Ich war nur froh, immer rechtzeitig zur richtigen Seite gehüpft zu sein. Aber dieser Tag auf dem Wasser hat mich auf den Segelgeschmack gebracht. Muss als Norddeutsche Deern ja eigentlich möglich sein, das noch zu lernen.

Das Bierchen danach hat jedenfalls herrlich geschmeckt und in der angenehm lockeren Clubatmosphäre ergab sich ein schöner Abschied vom Tag.

Changi Sailing Club
32 Netheravon Rd
Singapore 508508



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Yoga

TagebuchPosted by Frauke Fri, May 11, 2018 07:12:52

Vor ein paar Tagen: Ich schalte morgens meinen Computer an und sehe eine ellenlange Todo-Liste. Da grollt es in mir und ich habe überhaupt keine Lust, auch nur irgendetwas zu arbeiten. Also Browser geöffnet, www.yogamovement.com eingegeben und spontan den Basic-Kurs um 12 Uhr gebucht. Das erste Mal Yoga nach 12 Jahren, wird mal wieder Zeit!


Es ist so angenehm, eine Stunde lang das Ein- und Ausatmen angesagt zu bekommen. In meinem ersten Yogaleben habe ich es sogar geschafft, mit dem Rücken wieder in die große Brücke zu gehen. Schon das alleine lässt einen 20 Jahre jünger fühlen.

Dann habe ich meinen Mann kennengelernt und hatte am Sonntagmorgen ab sofort besseres zu tun, als zum Yoga zu gehen. Natürlich hatte ich vor, mir eine Gruppe an einem anderen Tag zu suchen, aber bei dem Vorhaben ist es geblieben.

Ewigkeiten später ist die Idee hier in Singapur dann wiederaufgekommen. An jeder Ecke gibt es drinnen und draußen die Gelegenheit, Yoga zu machen. Und täglich sehe ich die Menschen mit ihren aufgerollten Matten durch die Straßen spazieren. Dann habe ich erfahren, dass es auf der anderen Straßenseite unseres Condos ein tolles Yogastudio gäbe. Bing! Da hat es klick gemacht - die Brücke funktioniert nämlich nicht mehr so gut.

Um 11:50 Uhr habe ich meine Matte über die Schulter geworfen, bin losgestiefelt und betrete um 11:55 Uhr das im Industriedesign gestaltete Studio „Yoga Movement“. Nette Leute am Empfangsschalter empfangen mich und im angeschlossenen Café sitzen sehr entspannt aussehende Menschen.

Im Unterrichtsraum liegen die Matten schon bereit (ich habe meine pinkfarbene auf die schwarze draufgelegt, sieht viel schöner aus!) und los geht’s. Am Anfang erstmal atmen. Geht super. Dann die ersten Übungen. Es wird schwieriger, aber ich bekomme alles hin. Nach 30 Minuten muss ich über die Leute lachen, die über Yoga lachen: Ich spüre bereits alle Muskeln, vielmehr an einige werde ich wieder erinnert. Zum Schluss der Entspannungsteil. Da musste ich schon damals immer aufpassen, nicht einzuschlafen. Da liegt man auf seiner Matte, freut sich, es geschafft zu haben und spürt, dass jeder Muskel wieder an der richtigen Stelle sitzt. Herrlich!

Nach der Stunde habe ich gleich eine 10er-Karte gekauft und mittlerweile kann ich den Kursplan auswendig. Und das mit der Brücke bekomme ich bald auch wieder hin!



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Mit Fremden über den Wolken

TagebuchPosted by Frauke Mon, April 30, 2018 20:14:12
Billigflug auf eine malaysische Insel. Da wird dem Kind hinter mir vorgelesen und das ganze Flugzeug darf netterweise daran teilnehmen. Selbst schuld, wer kein Niederländisch versteht. Neben mir werden die Probleme am Arbeitsplatz meiner Sitznachbarin ausdiskutiert, fast hätte sie angefangen zu weinen. Da bereue ich schon, dass ich mittlerweile singlish verstehe. Aber er hat so liebevoll ihre Haarsträhnen um seine Nase gewickelt, dass sie ihre Sorgen bald vergaß. Auftakt für weitere Liebkosungen. Ich habe kein Problem mit Nähe, schon gar nicht unter Lebenspartnern, aber muss ich beim Zungenkuss unbedingt nur 30 cm davon entfernt sitzen? Immerhin hatte sie saubere Fingernagelhaut, der Knipser kam gleich nach dem Start zum Einsatz. Alles wurde akkurat saubergezupft, irgendjemand wird hinterher schon durchsaugen. Mittlerweile schmerzt mein Rücken, der holländische Nachwuchs hinter mir hat den Sitz demnächst mit den Füßen komplett durchbohrt. Ist ja ganz angenehm, dass der Knirps nicht mehr rumschreit, dafür hören wir alle einer Fernsehserie zu. Nun tut mir der Kleine ein wenig leid, er ist schwerhörig. Das erklärt zumindest die Lautstärke. Kopfhörer sind nur für Spießer. Was denken die anderen wohl über mich? Wenn jeder um mich herum irgendjemandem auf die Nerven geht, werde ich ja keine Ausnahme sein. Aber mir fällt partout nichts ein. Beide Armlehnen im Flugzeug zu benutzen wird ja noch erlaubt sein, oder?

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Selbstabräumen im Hawker Centre?

Gut zu wissenPosted by Frauke Sat, April 21, 2018 19:43:20

Hawker Centre und Food Courts sind wirklich etwas Feines. Eine Masse von Angeboten an asiatischen Gerichten, ab und zu auch ein paar Westernstyles dabei und alles für kleines Geld. Schnell findet man seine Lieblingsplätze und nach mehrmaligem Besuch bleibt auch der kleine Schnack mit den Köchen nicht aus. Oft mit Händen und Füßen, aber irgendein neues chinesisches Wort schnappt man immer auf.


Dann wird ein Plätzchen gesucht, wenn möglich unterm Ventilator, und das Schlemmen beginnt. Während der Nahrungsaufnahme sehe ich die Schilder, die mich auffordern, mein Tablett später zu den Abgabestellen zu bringen. (Ein großer Hygienevorteil: Alles an Besteck und Geschirr wird an einer Stelle gründlich gespült und wieder an die einzelnen Garküchen verteilt.)

Aber nun beginnt das Grübeln. In meiner Anfangszeit in Singapur wurde mir beigebracht, die Tabletts stehenzulassen, weil die Abräumer sonst ihre Daseinsberechtigung verlieren. Bestätigt wurde dieser Hinweis dadurch, dass die Abräumer darauf bestanden, alles stehenzulassen. Machte man bloße Anstalten, das Tablett wegzubringen, gab es eindeutige Handzeichen. Auch wenn es die besagten Schilder damals schon gab,


Anweisungen für Nichtstun nehme ich immer gerne entgegen. Also habe ich es stets gerne genossen, nach dem Lunch einfach aufzustehen und zu gehen.


Naht das Ende unserer geliebten Helfer?

Aber nun gibt es großangelegte Aktionen und immer wieder Zeitungsartikel mit dem Thema, sein Tablett selber wegzutragen. An einigen Plätzen wurde sogar ein Pfandsystem eingeführt. 25 solcher staatlich finanzierten Automated-Tray-Return-Systeme (ATRS) soll es in den nächsten Jahren geben.

Ist dies das Ende unserer geliebten Helfer, die einem den Teller auch schon mal unter der Nase wegreißen obwohl der letzte Happen noch auf dem Löffel liegt? Es wäre sehr traurig, denn sie gehören zum richtigen Hawker Feeling einfach dazu. Genauso wie die Diskussion, ob man den letzten Schluck aus seinem Becher noch trinken darf – die immer mit großem Gelächter endet.

„Die Reinigungskräfte werden ihre Arbeitsplätze nicht verlieren, nur weil wir rücksichtsvoller werden und unsere Tabletts zurückgeben", sagte die Ministerin für Umwelt und Wasserressourcen, Amy Khor, im März im Parlament. In meinem Lieblingshawker, dem Zion Riverside Food Centre, ist die Tablett-Rücklaufquote um 20 Prozent gestiegen. In der gewonnenen Zeit sollen die Reiniger die Tische säubern. „Das Entfernen der Essensreste geht das Vogelproblem an und schafft eine sauberere, hygienischere Speiseumgebung."

Hört sich alles logisch an, hinkt aber ein wenig. Im besagten Hawker hatte ich bisher kein Problem mit unsauberen Tischen und ich kann nur hoffen, dass keiner meiner Aunties und Uncles seinen Job verliert. Ich bin hin und hergerissen, ob ich den Revoluzzer geben soll. Aber bei meinem Besuch heute habe ich das Lehrbeispiel dafür gesehen, wie Singapur funktioniert.

Der Essbereich gleicht einem Schilder- und Posterwald mit Aufforderungen, das Tablett abzugeben und die Reinigungskräfte tragen T-Shirts mit Abräumsprüchen. Sogar ganz ohne Strafandrohung funktioniert es und alle Tische waren leer. Also mache ich es wieder wie bei Mama gelernt: „Wer vom Tisch aufsteht, nimmt seinen Teller mit!"



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Bishan - Ang Mo Kio Park

TagebuchPosted by Frauke Sun, April 15, 2018 12:42:35

Singapur nennt sich ja gerne selbst „Green City“. Und das auch völlig zu Recht. Bei aller Modernität und Automatisierung wird sehr darauf geachtet, dass in der ganzen Stadt grüne Lungen zum Verweilen einladen. Im Bishan Park entlang der Ang Mo Kio Avenue 1 wurde der Kallang River vom Betonkanal zu einem 3 km langen Fluss in einer wunderschönen Anlage zurückgebaut. Eines von 100 Projekten des ABC Waters Programme, das für „Active, Beautiful and Clean“ steht.

62 Hektar Park laden mit weiten Rasenflächen zum Verweilen und zu einem Picknick ein, wir hatten aber nur unsere obligatorischen Wasserflaschen dabei (niemals ohne Wasser aus dem Haus!) und sind an dem Fluss entlanggewandert. Wir haben Fischreiher beobachtet, die hier ein Paradies vorfinden, denn der Fluss ist voll mit Fischen.


Im Lotus Garden fliegen die Libellen und immer wieder kreuzen Schmetterlinge den Weg. Das alles in einer himmlischen Ruhe - wenn man sich den Baustellenlärm an der gesamten Flussstrecke mal wegdenkt … Vielleicht sind uns darum nicht viele Parkbesucher begegnet, auch die drei großen Spielplätze waren nur schlecht besucht. Schade, denn hier gibt es sogar ein rollstuhlgerechtes Karussell und eine Rollstuhlschaukel, so dass Kinder mit besonderen Bedürfnissen zusammen mit ihren Freunden spielen können. Wäre ich einen Meter kürzer, hätte ich alles ausprobiert.

Seit der Wiedereröffnung im März 2012 ist der Fluss ein Teil des Regenwassermanagementprogramms, das der Trinkwasserversorgung und dem Hochwasserschutz dient. Es wurden Bodenbiotechnologien angewendet, die das Ufer des Kallang River stabilisieren und Erosion verhindern. Ein Reinigungsbiotop reinigt das Wasser aus dem angrenzenden Teich und aus dem Fluss. Dank des Filtersystems wird keine chemische Hilfe benötigt.

Ein paar Kinder haben im Fluss gestanden und mit ihrem Kescher versucht, Fische zu fangen. Bestimmt total verboten, aber die Kids waren sowieso nicht erfolgreich. Dafür hatten sie einen Mordsspaß – zusammen mit Oma, die auch barfuß im Wasser stand.

Zum Barfußwandern gibt es einen extra angelegten Pfad, den wir aber schnell wieder verlassen haben - zu viel Massage der Fußreflexzonen auf dem steinigen Weg. Das hat echt wehgetan, da muss ich noch üben. Obwohl ich doch in den letzten 1,5 Jahren so viel ohne Schuhe an den Füßen gelaufen bin wie sonst nicht im ganzen Leben zuvor.

Durchquert man den Park von Westen nach Osten, ist auf halber Strecke ein Restaurant am See zu finden und am Rande des Kallang River liegt der am hübschesten gelegene McDonalds, den ich je gesehen habe.

Wir haben jedoch weder das eine, noch das andere probiert, sondern sind am anderen Ende des Parks wieder in den Bus gestiegen und nach Hause gefahren. Ein simpler aber schöner Sonntagsausflug, die Woche wird wieder wild genug.



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CHALLENGING BEAUTY

TagebuchPosted by Frauke Thu, April 05, 2018 19:12:23

CHALLENGING BEAUTY – Ausstellungseröffnung im Parkview Museum

Im Parkview Museum Singapore läuft noch bis zum 19. August 2018 die Ausstellung CHALLENGING BEAUTY - Insights into Italian Contemporary Art, die die repräsentativsten Werke der zeitgenössischen italienischen Kunstsammlung von George Wong präsentiert.

Das Parkview Museum Singapore ist ein privates Museum im Parkview Square, einem meiner Lieblingsgebäude in Singapur. Es wird auch Gotham City genannt, weil es ohne weiteres als Zuhause von Batman fungieren könnte. Es erinnert an die New Yorker Art-Déco-Gebäude aus dem letzten Jahrhundert, wurde aber erst 2002 erbaut.
Die Eigentümergruppe führt das Erbe ihres Gründers Chou-Shiuan Hwang (Vater von George Wong) fort, der ein großer Kunstliebhaber war. Bis heute umfasst die Kunstsammlung der Gruppe die größte Salvador-Dali-Sammlung außerhalb Spaniens, zahlreiche Kunstwerke westlicher Meister, eine unschätzbare Sammlung kaiserlicher chinesisch-buddhistischer Steinschnitzereien, eine große Sammlung antiker Bronzestatuen und eine umfangreiche Sammlung zeitgenössischer chinesischer Kunst mit mehr als 10.000 Werken.


Die gesamte 3. Etage des Parkview Square wurde 2017 in ein Privatmuseum verwandelt. Hier wechseln sich alle sechs Monate Ausstellungen ab, in denen zeitgenössische Kunst gezeigt wird.
Im März war ich zur Eröffnung der ersten großen Ausstellung italienischer zeitgenössischer Kunst in Singapur eingeladen.

Die Ausstellung spiegelt die vielseitige italienische Kunstpraxis wider und präsentiert Werke von Künstlern aus vier Generationen, die in den 1990er und 2000er Jahren entstanden sind.

Hier sind meine Favoriten:

Darsy Manet (1988) von Aldo Mondino

Die türkische Kultur diente Aldo Mondino oft als Inspiration für seine Kunstwerke. Dieses stellt einen türkischen Tanz dar, der zu gesellschaftlichen Anlässen aufgeführt wird.


At the bar (1981-84) von Salvo
Der Sizilianer Salvatore Mangione, besser bekannt als Salvo, sagte einmal in einem Interview: "Warum sollte ich mich dem Vergnügen der Farbe verwehren?" Recht hat er!


Untitled (2008) von Marco Tirelli

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Wie oft habe ich diesen Satz in meiner beruflichen Vergangenheit im Fernsehstudio gehört. Dort ist Schatten ja nicht sehr beliebt, aber Marco Tirelli hat ihn phantastisch eingesetzt. Mit dem richtigen Abstand zur Wand entsteht ein Kreis in 3d - ganz simpel, aber faszinierend.


Alle Ausstellungen des Museums sind für die Öffentlichkeit kostenlos zugänglich, um die Integration und Wertschätzung von Kunst im Alltag zu fördern.

Montag - Samstag, 12 - 19 Uhr

600 North Bridge Road
Parkview Aquare, Level 3



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Masters of Wines and Spirits

TagebuchPosted by Frauke Mon, April 02, 2018 08:45:11

Die DFS Group (Duty Free Singapore), weltweit führender Anbieter für Luxusreisegüter, veranstaltete im Warehouse Hotel die „Masters of Wines and Spirits“.

An zwei Tagen fanden sich 800 Gäste in dem erst 2017 eröffnetem Boutique Hotel „Warehouse“ ein. Die Location war auch der ausschlaggebende Grund, warum ich mich so auf die Veranstaltung gefreut hatte. Von unserem Balkon aus habe ich die Bauarbeiten am Ufer des Singapore River beobachtet und gesehen, wie ein Prachtstück aus der alten Lagerhalle entstanden ist.

Nun durfte ich mir das Warehouse von innen ansehen und dabei noch etwas über Whisky lernen. Jedes der Hotelzimmer war zum Thema „Bespoke. Speak Easy. Secret Society" als Präsentationsraum umfunktioniert worden. Die Preise waren happig, die günstigste Weinflasche für 400 S$ zu haben. Aber es ging ja auch um Luxusgüter.


Ich habe an einer Masterclass der Destillerie „Balvenie“ teilgenommen und mich anfangs mit den zwei zu probierenden Whiskys schwergetan, denn der Alkoholgehalt von 54,1 bzw. 55,4% ist ziemlich heftig. Erst nachdem ich etwas Wasser dazugeben durfte, war der Geschmack von Vanille und anderen Gewürzen schmecken. Balvenie gehört zu der Masters of Wines and Spirits Collection 2018, die ab dem 25. März im Singapore Changi Airport erhältlich sein wird. Wer es genauer wissen möchte, diese Sorten habe ich probiert:

DCS Chapter One

The Balvenie Refill American Oak/filled 12th February 1985, Cask 612, 54,1% ABV

und

DCS Chapter Two

The Balvenie First Fill American Oak/filled 1st May 1990, Cask 7359, 55,4% ABV


Hinterher gab es ein großartiges Dinner und wir hatten viel Glück mit unseren Tischnachbarn. Reena, Chin Wee, Edward und Danny. Bei den Jungs war ich ausnahmsweise mal froh, dass sie westliche Namen nutzen, denn auf Chinesisch heißen die drei alle gleich. Wäre schwierig geworden, auch ohne vorherige Alkoholverkostung.

Noch vor dem Hauptgang hatten die vier uns die perfekte Aussprache von „Yamsieng“ beigebracht. Man kann es aus dem chinesischem Hokkien mit „Prost“ übersetzen, bedeutet aber eher „ex und hopp“. Da wir nun aber guten Wein in den Gläsern hatten, haben wir es lieber für ersteres benutzt. Dafür umso öfter, denn mit der Sprache und dem Zuprosten bilden sich auch Freundschaften – zumindest für den Abend.

Fazit des Abends: Ich bin mir noch nicht sicher, Whisky-Fan zu werden. Aber es war mal etwas anderes, in die Welt hineinzuschnuppern. Endlich habe ich das Warehouse-Hotel von innen gesehen, es lohnt sich! Und ich hatte einen puppenlustigen Abend. Danny ist übrigens TV-Moderator und will mir sein Studio zeigen – yeah, mal wieder TV-Luft schnuppern!

Und ich weiß endlich, was die DFS Group macht. Ich habe am Flughafen schon diverse Mal dort eingekauft, mir aber nie Gedanken darüber gemacht, wie das Warenangebot zusammengestellt wird. Aber ehrlich gesagt, bin ich auch nie in der Lounge mit den Luxusgütern.



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SSO Vienna Music Lecture

TagebuchPosted by Frauke Sat, March 24, 2018 12:46:52


Kultur wird in Singapur immens gefördert. Viel Geld wird gezahlt, um die Besten ihres Fachbereichs und große Namen in unsere zauberhafte künstliche Welt zu holen, um auch Nichtkenner zu begeistern. In Singapur wird zur Kulturleidenschaft quasi erzogen. Die Bildende Kunst hat damit schon viel erreicht und auch die Musik hat einiges zu bieten: Das Singapore Symphonic Orchestra (SSO) gilt als das beste Ensemble der Region.

Die österreichische Botschaft hat gemeinsam mit dem SSO die „SSO Vienna Music Lecture" ins Leben gerufen und ich habe mir die erste Lesung in der Victoria Concert Hall angehört. Als Redner konnte Prof. Hellsberg gewonnen werden. Der Violinist stand den Wiener Philharmonikern 17 Jahre vor und hat in seiner sympathischen und sehr humorvollen Art die 176 Jahre alte Geschichte des wohl berühmtesten Orchesters weltweit erzählt und mit Anekdoten angereichert.

Durch Unterstützung der Lufthansa und dem St. Regis Hotel fand so ein sehr interessanter Vortrag über die Entstehung und Geschichte der Wiener Philharmoniker mit musikalischer Untermalung von Musikern des SSO statt.

Mein Hamburger Herz schlug aber höher, als von Johannes Brahms die Rede war. Der Komponist, 1833 in Hamburg geboren und im Hamburger Michel getauft, ging sehr früh nach Wien, um sich in der Musikhauptstadt weiter zu verwirklichen. „Er hatte das gar nicht nötig und konnte schon sehr gut von seinem Einkommen als Pianist leben", erzählte mir Professor Hellsberg nach seinem Vortrag.


Während der Lecture habe ich auch erfahren, dass Brahms seinerzeit das Wiener Orchester mit einer hohen, aber anonymen Spende unterstützt hat, was erst später herauskam, nachdem seine Handschrift später in dem Begleitbrief erkannt wurde.

Ich habe das als Hamburger Tugend abgetan, worauf mich der Professor irritiert ansah. Nach meinem Outing als Hamburgerin gab er mir aber Recht, wahrscheinlich hatte er diese hanseatische Tugend vorher gar nicht bedacht.

Die Veranstaltung hat vielen Einheimischen die Geschichte der europäischen Musikkultur nähergebracht. 400 Anmeldungen wurden im Vorfeld verzeichnet und der Saal in der wunderschönen Victoria Concert Hall (Heimat des SSO) war gut gefüllt.

Ich werde bald mal wieder in ein Konzert gehen und diese wundervolle Konzerthalle genießen.



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Bierbrauen ganz oben in Singapur

TagebuchPosted by Frauke Thu, March 15, 2018 14:54:30

Was macht man morgens halb zehn in Singapur, wenn gerade kein Knoppers zur Hand ist?

Richtig, Bier brauen!

Das LeVeL33 ist eine Rooftopbar mit toller Aussicht auf die Marina Bay und einer eigenen Brauerei. Wohl eine der höchstgelegenen weltweit - 156 Meter hoch.

Braumeister Gabriel Garcia aus Argentinien, der sein Handwerk in Deutschland gelernt hat, braut hier pro Jahr 90.000 Liter unterschiedlicher Biersorten, welche auch nur hier ausgeschenkt werden. Letzte Woche das „Belgian Weath Beer“ angebraut, einem erfrischenden Weizenbier mit einer Note von Koriandersamen und Orange. Dabei habe ich mitgeholfen. Besser gesagt, habe ich einen Eimer Haferflocken in den Tank mit heißem Wasser geschüttet.


Andere Zutaten sind Weizen, Weizenmalz und Gerste. Der Geruch aus dem Tank war nicht so gut, wie das Bier in ein paar Wochen schmecken wird.

Die Zutaten im Wasser werden zwei Stunden lang gerührt und gemixt. Das sieht so ähnlich aus, wie in meiner Brotbackmaschine, nur flüssiger. Dabei entsteht die flüssige Bierwürze, von der Gabriel noch die Biertreber trennen muss. Während er die stark riechenden Treber aus dem Tank wischt, muss er laut über den Ruf des Bierbrauers lachen: „Ich bekomme oft zu hören, dass Bierbrauer den ganzen Tag nur Bier verkosten. In Wirklichkeit nimmt das Brauen 20% der Zeit ein. 60% der Arbeitszeit werden mit Saubermachen und die restlichen 20% mit organisatorischen Dingen verbracht.“

Beim Saubermachen habe ich mich langsam zurückgezogen, war ja international women’s day. Dafür habe ich aber noch mitgeholfen, die Orangen zu schälen. 500 Gramm pro Brauvorgang werden benötigt. Das Rezept wird übrigens immer genau eingehalten. Geht etwas von den Ingredienzien daneben, wird grammgenau ersetzt.

Den Rest der Produktion musste Gabriel alleine mit seinem Assistenten übernehmen, ich werde leider nicht für’s Bierbrauen bezahlt. In drei Wochen schaue ich wieder vorbei, um „unser“ Bier zu probieren.




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ilight Festival 2018

TagebuchPosted by Frauke Sat, March 10, 2018 21:26:04

Die Lichter sind wieder an! Gestern Abend wurde das ilight Festival von Lawrence Wong, Minister for National Development, an der Marina Bay eröffnet. Bis zum 1. April sind nun wieder allabendlich Lichtinstallationen von internationalen Künstlern zum Thema Nachhaltigkeit zu sehen.

22 Installationen sind es in diesem Jahr. In den Anfangsjahren seit 2010 waren die Kunstobjekte ausschließlich um die Marina Bay herum ausgestellt, mittlerweile wurde das Ausstellungsgelände erweitert und erstreckt sich weiter über den Esplanade Park. „Das Festival wird in jedem Jahr größer und schöner. Wir freuen uns, dass die Marina Bay eine internationale Bühne geworden ist“, sagte Minister Wong, der alle beteiligten Künstler in der VIP-Lounge des Float@Marina Bay persönlich begrüßte, in seiner Eröffnungsrede.

Sehr cool finde ich das Projekt von Studenten des Raffles College of Higher Education. Inspiriert von Reisfeldern sieht Urban Rice Fields zunächst einfach aus, wie in den Boden gerammte Bambusstäbe. Werden diese mit Blitzlicht fotografiert, entstehen aber Reflektionen auf den Fotos, die faszinierend wirken. Hier die Fotos mit und ohne Blitz zum Vergleich:


Das Thema Nachhaltigkeit habe ich dabei nicht erkennen können, aber Kunst darf ja auch einfach nur interessant sein.

Umso intensiver schreit Transistable Plastic nach Nachhaltigkeit. Unter der Esplanade Brücke hat das spanische Künstlerkollektiv Luzinterruptus durchsichtige Plastikflaschen in Plastiktüten verpackt und verbunden. Die Besucher sollen durch die entstandenen Mauern schlüpfen und sich mit dem Kunststoff umgeben.


Ich hatte ein sehr dumpfes Gefühl, durch all den Kunststoffmüll zu laufen.

Schöner dagegen ist Dancing Grass im Esplanade Park. Schön grün und geschmeidig in der Bewegung. Man kennt diese aufgeblasenen Luftmännchen, die vor Geschäften stehen und hereinwinken. Hier sind es meterhohe Grashalme die sich im Wind wiegen. Ein Tanzboden voller Grashalme, die berührt, bewegt und umarmt werden sollen.


Nicht um Tanz aber um Musik geht es bei Illumaphonium von Michael Davis aus Großbritannien. Mehr als hundert leuchtende Glockenspiele sind bis zu dreieinhalb Meter hoch aneinandergereiht und reagieren mit Licht und Ton auf Berührung. Es war lustig zuzusehen, wie sich jeder Besucher ausprobieren wollte und die Finger nicht mehr davonlassen konnte.


Mein persönliches Highlight war der Merlion an der Bay. Visuell werden an ihm die Welt mit ihren Elementen Wasser, Wind und Feuer dargestellt. Die Installation Elements of Life erklärt mit einer Reise vom Weltall auf die Erde, wie diese Kräfte zueinander gehören und das Leben erst ermöglichen.
Ein Spaziergang entlang der Kunstinstallationen regt zum Nachdenken an und die Gedanken gehen dabei in viele Richtungen. Erst überlege ich, was mir gefällt und was nicht. Dann suche ich das Thema „Nachhaltigkeit“. Wenn ich auch manchmal nicht fündig geworden bin, hat es mich doch beschäftigt und mich zur Auseinandersetzung damit gezwungen.

Die Kunst des Zusammenspiels von Licht und Musik hat mich überzeugt und ich werde in den nächsten Wochen bestimmt noch öfters an den Installationen vorbeigehen, sie sind einfach zu anziehend.

Mein Vater hat mal wieder Recht behalten. Denn immer, wenn ich von Kunst oder Architektur nicht überzeugt war und nach dem Sinn und dem Warum gesucht habe, hatte er eine einfache Antwort parat, die mir bis heute in den Ohren klingt: „Weil es schön ist.“

So ist es!



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